Politik

28
Jun
2009

Diese Schweizer...

Interview mit dem Schweizer Bundespräsidenten:

...
Einwurf des Reporters: "In vier Jahren kann man Diktaturen errichten."
Antwort:
Nicht in der Schweiz. Ich habe mit einem Freund einmal darüber diskutiert, wie man in der Schweiz einen Staatsstreich durchführen könnte. Indem man den Bundesrat entführt? Das merken die Leute doch erst, wenn sie zwei Monate keinen Bundesrat am Fernsehen mehr gesehen haben! Indem man die Nationalbank übernimmt? Aber wo? In Zürich, in Bern? Indem man die Armeeführung an sich reisst? Dann ist die Hälfte der Soldaten krank oder kommt sonst nicht. Ein Putsch in Bern? Da lachen die Leute in Zürich doch nur!


Quelle: Neue Zürcher Zeitung

19
Mai
2009

E-Voting bei den ÖH Wahlen.

Generelle Bedenken gegen E-Voting:
Bei der elektronischen Abstimmung fällt die Überprüfbarkeit demokratischer Standards weg. Selbst Programmierer unter den Wahlbeobachtern können nicht mehr wirklich feststellen, ob da alles seine Richtigkeit hat. Link

Aber auch bei der technischen Implementierung muss man sich fragen, ob das so OK ist:
Wenn drei der vier Mitglieder der Bundeswahlkommission zusammenarbeiten, könnten sie die Stimmen entschlüsseln und so herausfinden, wer wen elektronisch gewählt hat. Heise Link

Mit der Offenheit und Überprüfbarkeit der Software ist es auch nicht weit her:
Mitglieder von ÖH-Wahlkommissionen wurden bei der Einsichtnahme in den Software-Code enttäuscht. Statt der tatsächlich eingesetzten Software wurde nur ein (angeblich) ähnlicher Code gezeigt. Es handelte sich weder um jene Version, die der A-SIT zur Zertifizierung vorgelegt wurde, noch um jene, die bei dem heute gestarteten E-Voting-Prozess tatsächlich zum Einsatz gelangt. ... Auch der vielleicht wichtigste Vorgang, nämlich die Auszählung der Stimmen, erfolge nicht mit Scytls Software. Welches Programm das genau erledigt, ist nicht ganz sicher. Der zugehörige Quelltext wurde nicht gezeigt. Link

Außerdem hat die Bürgerkarte ein Sicherheitsproblem
Forschern des Seclab der TU Wien gelang es, schwerwiegende Fehler in der - ebenfalls von der A-SIT zertifizierten - Bürkerkartenumgebung (BKU) 'trustdesk basic' aufzuzeigen: Mit einem Demotrojaner gelang es, den Inhalt einer signierten Nachricht unbemerkt auszutauschen. Die Signatur - welche genau das verhindern sollte - erscheint trotzdem als gültig. Eine Funktion wie sie auch beim eVoting zum Schutz der abgegebenen Stimme benutzt wird.Link

Aber auch ohne Wahlbetrug und technische Problemen schaffen sie es die Wahl ungültig zu machen:
Wegen den Bezeichnungen auf elektronischen Stimmzetteln der Uni Wien, könnte sogar die ganze Wahl wiederholt werden müssen. Denn die Kurzbezeichnungen aller Fraktionen fehlen ebenso wie das Wort „Europäische" bei der Jungen Europäischen Studentinneninitiative (JES).Link


E-Voting ist eine interessante Idee, aber das Problem zu geringer Wahlbeteiligung liegt sicher nicht am Aufwand zur Wahl zu gehen und ist daher auch nicht technisch zu lösen.

Fucking-with-democracy

7
Jul
2008

Politik braucht Bewegung(en)

Wieder einmal sind die europäischen Grünen im Parlament unsere Rettung, wenn es um die Verhinderung von Auswüchsen rund um Softwarepatente und Copyright geht.

EU-Internetkontrolle verhindert
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